8. März 2010
Ask und Embla waren unterwegs, sind aber wegen des Wetters nicht weit gekommen. Die Macht der Eisriesen ist noch nicht gebrochen.
Der Schnee, der den Frühling noch nicht freigeben will, wird in dieser Landschaft vom Wind unterstützt. Die Eisriesen schieben sich als verschlingende Schneewehen immer wieder über die Staßen, oft lange noch nach dem Schneefall. Das Thursen-Toben!

Ursprünglich waren die Steinsetzungen in Erdhügeln verborgen. In der benachbarten Landschaft kurz hinter der dänischen Grenze sind auch heute noch viele Grabhügel über dem flachen Land zu erkennen. Diese Steine hier stehen auf einer Kuppe mitten in hügeligem Gelände. Im Sommer blicken die Kühe von dort aus weit über das Land. Sie scheinen solche Erhebungen mit Aussicht zu mögen und schubbern sich an den großen Steinen, so dass diese auch jetzt im Winter an einigen Stellen blankpoliert aussehen.
Von der anderen Seite sieht es aus, als ob sich die Steine gegen den Wind anstemmmen. Wie weit scheint die warme Zeit mit den Kühen entfernt! Aber Steine haben im Gegensatz zu Ask und Embla Geduld…

17. Februar 2010
Die Heidenkate ist eingeschneit.
Neulich, als es so kalt war, haben die Gartenwesen einen Becher mit heißem Apfelsaft rausgestellt bekommen – mit einem Schuss Büffelgras-Wodka verfeinert. Lecker! Seitdem beschäftigen sich Ask und Embla mit der Frage, wie diese Opfergabe wohl aufgenommen wurde.

Welche Gaben werden von den Hausgeistern und Gartenwesen bevorzugt? Heimische Kost, die es in diesen Regionen schon immer gab, oder teilen sie moderne Vorlieben und genießen auch mal einen Kaffee? Wohlmöglich entkoffeiniert, schließlich herrscht im Garten Winterruhe? Und wie ist das mit Räucheropfern? Vielleicht ist es nach den vielen Ewigkeiten mit heimischem Kram ganz angenehm, mal so fetziges Exotenzeug um die Nasen geweht zu bekommen. Andererseits haben die Julenisse in Norwegen offensichtlich kein deutliches Missfallen darüber geäußert, dass sie seit Jahrhunderten immer ihre Getreidegrütze als Gabe bekommen.

Embla und Ask jedenfalls schätzen momentan die Vorzüge, die ihre Zeitreisen ihnen bieten: Sie genießen gerade einen großen Pott handgemachten Milchkaffee, mit einem Hauch Vanille drin und Schaum drauf! (Ein Tässchen davon kommt auch in die Götterecke…)
Schlürfende Grüße von Ask und Embla
28. Januar 2010
Embla sitzt gerade über der Planung für die nächste Marktsaison. Dabei fallen ihr natürlich viele lustige Begebenheiten des vergangenen Jahres ein, und so kommt es, dass die Terminliste jetzt erst veröffentlicht ist. Stattdessen werden Bilder geguckt, die sie auf Zeitreisen geschenkt bekommen haben.
Außerhalb der Heidenkate ist der Schnee stellenweise hoch zusammengeweht, da kann man sich gar nicht vorstellen, dass Reisen im Sommer auch schön sein kann. Im Moment ist sogar der Weg zu ihrer Cousine drei Häuser weiter unangenehm, weil die Wege entweder glatt oder matschig sind. Aber Embla muss unbedingt mit einem der Bilder zu ihr hin, denn dieses Foto beweist, dass es auch bei den Christen Leute gibt, die Thorshämmer verkaufen! Und das wird Emblas getaufte Cousine sicher interessieren…

Auf einem Markt, auf dem Ask und Embla als Fachpersonal heidnische Dinge verkauften, befand sich auch ein Stand einer Kirchengemeinde. Dort wurden neben Nagelkreuzen auch Thorhämmer und Runenschmuck angeboten. Der Verkäufer reagierte auf Ask und Emblas Interesse an ihm etwas verlegen und außerordentlich liebenswürdig. Sie bekamen von ihm einen Mjöllnir aus Zinn und eine Holzflöte geschenkt! Er hatte allerdings nicht viel Ahnung von Runen, die er für Kinder nach einer kleinen Tabelle in Kupferarmbänder schlug.
Meint Ihr, es wäre eine gute Idee, ihm als kirchlichen Mitarbeiter eine Fortbildung in Runenkunde vorzuschlagen? Das bekommt er als Bildungsurlaub bestimmt nicht genehmigt!
Embla lässt grinsend grüßen!